Blended Social Networking

Ein Experiment und daraus gemachte Erfahrungen.

Hallo liebe Leser. Nach einem Jahr möchte ich Euch mal von den aktuellen Erfahrungen berichten, die wir mit einem Projekt namens mytribe gemacht haben. Das Projekt ist ein On/Offline (Blended) Netzwerk, dass Menschen Richtung Erfolg trimmt. Grundlage waren Studien von Working Out Loud Gruppen und agilen sozialen Kollaborationsnetzwerken. Ziel war es auch für Unternehmen gängige und machbare agile Strukturen zu erforschen, in denen sich Mitarbeiter mit ihren eigenen Fähigkeiten in einen Entwicklungsprozess begeben und ihre Fähigkeiten mehr nach außen bringen. Teilnehmerkreis ist etwa 60 Personen.

Der Start und die psychologischen Paradigmen.

Der Tribe wurde gestartet um Menschen einen Anpack zu geben sich weiterhin zu verändern. Da meine soziales Netzwerk deutschlandweit verstreut ist, sollte es eine Mischung aus On und Offline Networking geben. Die verwendete Technik sollte neutral und kostengünstig bleiben. Wir entschieden uns für Slack als Gruppenplattform und Zoom als Video-Meeting Plattform.

  • Die Grundstruktur ist ein großer Tribe (Alle Teilnehmer) und Aufteilung in Clans (Von 3-6 Personen)
  • Als Zeitliche Rhythmen wurden monatlich Tribetreffen online und Clantreffen ca 2-4 Wochen Turnus. Ein Gesamttreffen real alle 6 Monate mit Party und Erfolgskontrolle.
  • Jeder Teilnehmer sollte für sich ein Ziel definieren. Dieses wurde geteilt und kommentiert und sollte nach Regeln des Coachings in genügend große Chunks gesplittet werden, so dass es in 6 Monaten ein vorzeigbares Ergebnis bringen konnte.
  • Als Hintergründe wurden aktuelle Gehirnforschungen und deren Auswirkung auf soziale Systeme benutzt, um die Regeln der Kommunikation und den Aufbau von Slack zu strukturieren.

Der Hype

Wie bei jedem Neuen startete der Tribe mit viel Hype und einer Menge an Komunikation, die dann wieder abflaute und dann beim Abschluss zu Halbjahrestreffen wieder anstieg. Ziel war es sichtbar zu werden, und so sollte jeder Teilnehmer sein erreichtes Ziel am realen Treffen präsentieren. Etwa 50% der Teilnehmer nahmen diese Chance an. Jeder von Ihnen hat sich auf dem Weg verändert. Durch die regelmäßigen Clantreffen gab es auch hilfreiche Inputs und genügend sozialen Rückhalt. Also die Erfahrung von Veränderung wurde durch tatsächlich handhabbare Ziele und deren Umsetzung sichtbar. Nicht nur das Ziel wurde erreicht, sondern auch die Menschen konnten durch diese Anerkennung sich psychologisch neu programmieren. Spannend war, dass einige derjenigen, die nicht präsentierten und auch ihre Ziele nicht erreicht hatten, auf genau die selben Muster zugriffen, die sie auch früher schon scheitern ließen.

Der Abstieg

Während des erstens Jahres haben wir gesehen, dass zu große Clans ineffizient wurden.

Das Finden von Terminen für Clantreffen wurde kompizierter, bedeutet, viele Teilnehmer verschoben ihre Prioritäten wieder in ihre Standardprioritäten, was bedeutete, dass anderes wichtiger war außer der eigenen Veränderung.

Die Kommunikation in Slack ging zurück. Teilweise wurde von den Clans auf Whatsapp umgeschaltet, damit sahen diese Teilnehmer aber den #allgemein Channel nicht mehr und fielen aus den Gruppengesprächen und den gemeinsamen Unterstützungen für andere heraus. Es gabt weniger soziale Unterstützung und nur gut strukturierte Clans kamen weiter.

Die Aufnahme von neuen (Welpen) wurde komplizierter, da Zugehörigkeit und systemische Rangfolgen sich auf die Gruppendynamik ausdehnten.

Insgesamt ging ein Teil des Tribe in einen guten hilfreichen Arbeitsmodus über, während andere sich völlig auflösten. Neue Clans mit neuen Teilnehmern ersetzten zum Teil die Herausgegangenen.

Erfahrungen für Changeprozesse

  • Ziel war eine agile Arbeitsweise ohne Hierarchie für Changeprozesse an die Menschen heranzutragen. Das direkt war der Wunsch aller, doch das System scheiterte teilweise an der Aktivität die jeder Teilnehmer hätte einbringen müssen.
  • Auch die Technik mit Slack war ungenügend, weil bestimmte Entwicklungsschritte nicht genügend mit der Entwicklung der Teilnehmer dargestellt werden konnten und für alle transparent waren. Damit sank die soziale Motivation. Das richtige Tool muss noch gefunden oder programmiert werden.
  • Nur durch aktiven Input und Motivation von außen auf ein Ziel hin konnten ca 50% sichtbares Ergebnis erreicht werden. Ein Teil der Teilnehmer ist auch mit weniger als einer Abschlusspräsentation zufrieden gewesen und hat damit Teilziele erreicht.
  • Für die Motivation und Führung braucht es außen stehende Mentoren oder Clanführer und klare Regeln der Zugehörigkeit zum Clan und Tribe, damit die Energie auch dabei bleibt.
  • Ein größeres Ziel und eine definierte Sinnhaftigkeit fehlte dem Tribe. Dieses wird neu aufgebaut um damit Menschen anhand des Sinnrahmens einen Zusammenhalt zu definieren in dem Sie auch tätig werden können und auch etwas für sich tun.

Wir portieren dies jetzt für den nächsten Durchlauf und setzen ein Tribe 2.0 Erfolgsnetzwerk auf, in dem Menschen gemeinsam wachsen können. Wir starten auch fürs reine Business eine Initiative und adaptieren das Projekt an Unternehmensbelange.

Wir suchen aktuell Menschen, die sich finanziell oder mit Fachwissen am Aufbau eines geeigneten Kommunikationsnetzwerkes für den Tribe beteiligen möchten.